Das Türchen des 14. Dezember

Eine kurze Geschichte darüber, wie wertvoll Hoffnung ist, steuert unser GKR-Vorsitzender, Dr. Wolfgang Harder, zum Adventskalender bei. Er schreibt: „Eine kleine Geschichte, die ich immer wieder aufbauend finde.“

Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
Es war still.
So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
„Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und flackerte und sagte:
„Ich heiße Glauben.
Auch ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn
mehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
„Ich heiße Liebe.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen
nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Dann kam ein Kind ins Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
„Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“
Und es fing an zu weinen.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:
„Hab‘ keine Angst!
Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.
Ich heiße Hoffnung.“

Mit einem Streichholz nahm das Kind ein Licht von der Kerze und zündete die anderen
Kerzen wieder an.

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