Das Türchen des 21. Dezember

Mich erreichte vor ein paar Tagen eine E-Mail mit folgender Anfrage:

„Auf der Suche nach Ansprechpartnern im kirchlichen Bereich, bin ich über die Website auf Ihre Gemeinde gestoßen und habe folgendes Anliegen: Ich arbeite in Deutschkursen für erwachsene Migranten und habe darüber Kontakt mit einen jungen Mann aus dem Iran. Er ist 2016, 15-jährig nach Berlin gekommen und kann bis heute noch nicht viel Deutsch sprechen, versteht aber eine ganze Menge. Mein Eindruck ist, dass er traumatisiert ist und ihm das die Energie raubt, die ein Start in einem neuen Land braucht. Auch wenn er aus Lehrerperspektive kein Traumschüler ist, erlebe ich ihn als einen sehr freundlichen, höflichen, klugen, hilfsbereiten, zugewandten und etwas schüchternen jungen Mann, der zuweilen auch ein bisschen Schalk zeigt. Neulich sprach er mich an und sagte, er hätte so gerne Kontakt zu einer Familie, zu der er öfter gehen und dort einfach ein bisschen Alltag miterleben könne, gerne auch dabei helfend. Mir erscheint das für ihn ideal, so gestärkt könnte er das Thema Spracherwerb und Ausbildung angehen.

Er wohnt nicht zu weit weg. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und danke Ihnen fürs Mitdenken. Mit freundlichen Grüßen . . .“

Mich berührt dieses Gesuch. Es erinnert mich an Jesu Wort: „ Ich war fremd und du hast mich aufgenommen.“
Wenn jemand sich für einen fremden jungen Menschen bemüht, dass er bei uns Fuß fassen kann und ein Stück Nächstenliebe erfährt,  ist das für mich wie eine Adventstür,  wie ein Wegbereiten für den Friedenskönig auf Erden, den wir im Advent erwarten.  Falls Sie als Familie bereit sind diesem jungen Mann  – wie oben beschrieben – freundlich zu begegnen, wenden Sie sich bitte an mich als Gemeindepfarrerin, dann können gemeinsam ausloten ob und wie das gehen kann.

Vielleicht würde ihm auch helfen regelmäßig in einen Fußball- oder Sportverein zu gehen und vielleicht finden sich Menschen, die ihm das mit einer Spende ermöglichen?

Das stelle ich mir noch als hilfreich – und vielleicht als einfacher umsetzbar vor?

Herzlich grüßt Sie 
Pfarrerin Marit von Homeyer

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