Das Türchen des 4. Dezember

Am heutigen Barbaratag ist es Brauch, einen frisch angeschnittenen Zweig in die Vase zu stellen – damit er bis Weihnachten blüht. Vor allem Kirsch- und Apfelbaumzweige sind beliebt. Blühen diese zu Heiligabend tatsächlich, gilt das als gutes Zeichen für das kommende Jahr.

Der Tag der Heiligen Barbara gedenkt einer jungen Frau, die im 3. Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte. Als sie sich christlich taufen ließ, brachte sie damit ihren Vater gegen sich auf. Der Kaufmann veranlasste der Legende nach eigenhändig die Tötung seiner Tochter. Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich ein Zweig in Barbaras Gewand verfangen haben. Den stellte sie ins Wasser und sagte: „So wie er aufblüht, werde ich nach meinem Tod auferstehen.“

Barbara ist die Schutzpatronin des Bergbaus. In Bergbauregionen halten die Menschen am 4. Dezember traditionell Andacht und bitten Barbara um Schutz vor Unglücken im kommenden Jahr.

Der Dichter Josef Guggenmoos beschrieb den Barbaratag folgendermaßen:

Geh in den Garten am Barbaratag.
Geh zu dem kahlen Kirschbaum und sag: Kurz ist der Tag,
grau ist die Zeit; der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehen:
Wir feiern ein Fest, wie der Winter so schön.
Baum, einen Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.
Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht.

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