Das Türchen des 6. Dezember

In der Stadt Myra (im Westen der heutigen Türkei) herrschte einmal eine große Hungersnot.
Nach einer sehr langen Trockenzeit war die ganze Ernte verdorben.
Die Geschäfte waren ganz leer.

Da traf im Hafen ein Schiff ein, das Korn geladen hatte.
Die Menschen wollten etwas Getreide kaufen.
Doch die Ladung war für den Kaiser in Byzanz bestimmt.
Die Seeleute hatten große Angst, bestraft zu werden, wenn etwas fehlen würde.
Als Bischof Nikolaus das hörte, ging er selbst zu den Seeleuten.

„Helft doch den armen, hungernden Leuten“, bat er sie, „ihr braucht keine Angst zu haben.
Bei eurer Ankunft beim Kaiser wird kein Korn fehlen.“

Die Matrosen hörten schließlich auf Nikolaus und schenkten den Einwohnern von Myra viele Säcke Getreide. Bischof Nikolaus sorgte dafür, dass alles gerecht verteilt wurde.
Das Getreide reichte für zwei volle Jahre und konnte sogar noch für die nächste Aussaat verwendet werden.

Als die Seeleute später beim Kaiser in Byzanz ankamen, stellten sie verwundert fest, dass die Ladung vollständig war. Obwohl sie den Menschen von Myra viele Säcke geschenkt hatten, fehlte kein einziges Korn.

Kommentare sind geschlossen.