Mit der Gemeinde in Taizé

Die Ev. Stadtkirchengemeinde und die kath. Pfarrei St. Josef sind nach zweimaliger Pandemie-Pause diesen Sommer endlich wieder mit 79 Jugendlichen in Taizé! Eine Woche lang in internationaler Gemeinschaft Gott suchen und Gott begegnen, mit jungen Menschen aus anderen Nationen ins Gespräch kommen, gemeinsam singen, gemeinsam beten, gemeinsam feiern! Taizé, das Dorf im französischen Burgund ist seit Jahrzehnten Symbol der Versöhnung und Hoffnung! Hier berichtet die Gruppe über Ihre Erlebnisse.

Samstag, 9. Juli

Unsere Reise nach begann kurz nach Mitternacht auf dem Gelände der katholischen Kirchengemeinde St. Josef. 85 Personen, davon 79 Jugendliche, machten sich auf den Weg nach Taizé. Nach mehrstündiger Unterbrechung der Fahrt aufgrund eines Staus erreichten wir nach einer Reisedauer von 20 Stunden unser Ziel. Es folgten Abendbrot sowie das Aufbauen der Zelte. Der Abend klang bei Gesprächen und Spielen aus.

Das Samstagabendgebet in Taizé ist ein besonderer Moment der wöchentlichen Jugendtreffen. Zum Gesang der Gemeinde entzünden jede Besucherin und jeder Besucher eine Kerze. Dabei wandert das Licht von Hand zu Hand.

Sonntag, 10. Juli

Der Tag war geprägt vom Sonntagsgottesdienst und dem offiziellen Empfang unserer Gruppe in Taizé. HIER kann man die Aufzeichnungen der tagesaktuellen Gebete mitverfolgen.
Alle die, Interesse an der Leitung einer Kleingruppe der Altersklasse 15-17 Jahre hatten, nahmen an einer Informationsveranstaltung teil.

Die Gruppe nutzt die Wartezeit am Empfang für eine Runde „Taizé-Twister“.

Montag, 11. Juli

Mit dem Morgengebet und dem sich anschließenden Frühstück Begann der erste Tag des regelmäßigen Programms. Die Woche von Montag bis Freitag ist geprägt durch einen festen Ablauf. Nach dem Frühstück folgt eine Bibeleinführung, in der ein Text aus der Bibel im Mittelpunkt steht. Dieser ist die Grundlage für die Kleingruppenarbeit (eine Einheit vormittags, eine nachmittags) am jeweiligen Tag. Den Tag strukturieren neben dem Morgengebet die Gottesdienste am Mittag und am Abend. Neben den Pflichtveranstaltungen gibt es weitere Angebote, wie das Üben der Taizé-Gesänge in der Kirche. Dabei entstand dieses Foto:

„Alleluia!“ Warum fehlt den Taizé-Hallelujas eigentlich das „h“? Weil die Franzosen ein stummes h sprechen, es unbetont lassen. Taizé-Komponist Jacques Berthier verzichtete dann gleich ganz darauf. Der Komponist schuf übrigens 284 Taizé-Songs, darunter Klassiker wie „Nada te turbe“ und „Laudate omnes gentes“.

Dienstag, 12. Juli

Die heutige Kleingruppenarbeit begann mit einer Einführung in die Bibelgeschichte von Jesus und der kanaanitischen Frau (nachzulesen in Matthäus 15, 21-28). Ausgehend von dieser Geschichte beschäftigten sich die Jugendlichen bmit ihren Stärken und Schwächen und bedachten, wie sie in der Situation der kananitischen Frau Jesus geantwortet hätten. So übten sie sich in der zeitgemäßen Interpretation biblischer Texte.

Ein Teil unserer Gruppe beim Austausch mit Bruder Jeremy aus Frankreich. Die übrigen Jugendlichen treffen den deutschstämmigen Bruder Philipp.

Mittwoch, 13. Juli

Auf dem Programm steht für uns heute ein exklusives Treffen mit Bruder Jeremy und Bruder Philipp aus der Kommunität. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihnen alle Fragen zu stellen, die sein Leben hier ausmachen. Wie jeden Tag hatten wir die Gelegenheit, uns in der Chorprobe in die Gesänge einzuüben. Nach dem „5-o-clock-Tea“ werden für die Jugendlichen verschiedene Workshops angeboten. Es entstehen die ersten internationalen Bekanntschaften. Und dann ist wieder Gebet.

Donnerstag, 14. Juli

Für Entspannung in der Mittagpause sorgen die schattenspendenden Bäume am Oyak. Die „Kneipe“ von Taizé ist abends ein beliebter Treffpunkt. Nun aber haben sie Eliza, Nils, Clemens, Peter, Franziska und Ieva für sich alleine.

Am Nachmittag geht es in den Kleingruppen darum, Bibeltexte zu inszenieren. Ob als Theaterszene, akrobatische Einlage („Der Turmbau zu Babel“), Gedicht oder Lied, tatsächlich wurden alle kreativ und haben sich sichtlich angestrengt, ein Ergebnis „abzuliefern“. Wir durften Schwedens Nationalhymne lauschen und erhielten Einblicke in die verschiedenen Kulturen derjenigen Länder, die beim Jugendtreffen vertreten sind. Entsprechend groß war der Beifall. Das Erlebnis wird sicher noch eine Weile bei uns nachwirken.

Freitag, 15. Juli

Guten Morgen vom Hügel! Kaum haben wir unsere Zelte verlassen, läuten schon die Glocken zum Morgengebet. Frühstück gibt es im Anschluss. Übrigens sind auch unsere Ukrainerinnen dabei, und nicht nur die Kirche der Versöhnung leuchtet im Altarraum solidarisch in den ukrainischen Landesfarben. Auch wir zeigen Flagge. Hier ein kleiner Eindruck der Zeltstadt.

Die Essenausgabe und das anschließende Abspülen gehören für uns nach einer knappen Woche schon zur Routine, und immer findet sich Gemeinschaft.

Der Freitag in Taizé ist zugleich ein Gedenken an Karfreitag und dem Sterben Jesu. Deshalb versammeln sich die Teilnehmenden der Jugendtreffen nach dem Abendgebet unterm Kreuz. Auch wir.

Samstag, 16. Juli

Heute fanden die letzen beiden Kleingruppenarbeiten der Woche statt. Am Vormittag gab es die letzte Bibeleinführung. Nach dieser bedankten wir uns mit großem Applaus bei unserem Bruder, der die Bibelarbeit angeleitet hat. Seine Bibeleinführungen waren durch die Art, wie er sie durchgeführt hat, sehr kurzweilig. Am Nachmittag schrieben sich die Jugendlichen einen Brief zur Reflexion der Fahrt. Der letzte volle Tag schloss mit der Nacht der Lichter zur Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi. Vor einer Woche sind wir in Taizé angekommen! Die Auferstehungsfeier im Abendgebet des Samstags war für viele in unserer Gruppe der erste Eindruck von Taizé.

Sonntag, 17. Juli

Heute heißt es packen. Die Woche des europäischen Jugendtreffens auf dem Hügel von Taizé geht zu Ende. Wir nehmen viel davon mit.

Fotos: M. Föllen / R. Musold

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