45 Stimmen, zwei Konzerte, fünf Tage voller Musik, Begegnungen und neuer Eindrücke

Manchmal muss man einen vertrauten Ort verlassen, um die eigene Musik mit neuen Ohren zu hören. Und manchmal braucht es eine gemeinsame Reise, damit aus einem Chor noch mehr eine Gemeinschaft wird.
Vom 10. bis 15. August war die St. Laurentius-Kantorei Köpenick unterwegs – bereits zum zweiten Mal führte eine Konzertreise 45 Sängerinnen und Sänger nach Lettland. Fünf Tage lang wurden Riga und seine Umgebung erkundet, gemeinsam gesungen, gelacht, gestaunt – und natürlich konzertiert.
Im Gepäck war Musik, die in den vergangenen Monaten in Köpenick gewachsen war: das romantische Konzertprogramm mit Werken von Gabriel Fauré. Der erste musikalische Halt führte uns nach Jelgava. In der evangelisch-lutherischen St.-Annen-Kirche erklang unser Programm am Dienstagabend. Zwei Tage später standen wir in Riga in der Petri-Kirche.
Schon beim Betreten dieses gewaltigen Raumes wurde spürbar: Hier klingt Musik anders. Die dreischiffige Backsteinbasilika trägt den Klang weit durch den Kirchenraum – und stellt einen Chor zugleich vor besondere Herausforderungen. In diesem eindrucksvolle Raum ist auch die Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde zu Hause.
Unser Konzert in St. Petri hatte eine besondere Vorgeschichte. Bereits vor zwei Jahren waren wir hier zu Gast. Damals konnten wir mit unserem Konzert die bis dahin größte Spendensumme für das Orgelprojekt sammeln. Dass wir nun erneut eingeladen wurden, war deshalb eine große Freude – und zugleich eine schöne musikalische Verpflichtung: Dieses Mal sollte unser Konzert helfen, dem großen Traum einer neuen Orgel ein Stück näherzukommen. Beide Konzerte waren Benefizkonzerte. So wurde die Musik zu einer Brücke zwischen Köpenick und Riga, zwischen Menschen und Gemeinden, zwischen musikalischer Freude und konkreter Unterstützung.
Doch eine Konzertreise besteht aus weit mehr als Proben und Auftritten. Zwischen den Konzerten blieb Zeit, Lettland mit vielen verschiedenen Facetten zu entdecken. Wir besuchten das prachtvolle Schloss Rundāle, einst Residenz der herzoglichen Familie Biron, und tauchten im Ethnographischen Freilichtmuseum in die Geschichte der verschiedenen lettischen Regionen ein. Riga selbst wurde zu unserem offenen Kulturraum: Museen, Konzerte, Spaziergänge, Begegnungen – und sogar ein Ausflug an die Ostsee gehörten dazu.
Solche Tage bleiben. Nicht nur wegen der Orte, die man gesehen hat, sondern wegen der Menschen, mit denen man sie erlebt.
Ein herzlicher Dank gilt der Bürgerstiftung Treptow-Köpenick, die unsere Reise durch die Übernahme der Notenkosten unterstützt hat.
Und die Reise ist noch nicht vorbei. Denn was in Lettland erklungen ist, kehrt nun nach Köpenick zurück: Am 11. Oktober um 17 Uhr wird das Fauré-Programm in der frisch sanierten und wiedereröffneten Stadtkirche Köpenick erneut erklingen – diesmal gemeinsam mit dem Orchester Concertino Berlin.
Mit musikalischen Gruß
Ihr Kirchenmusiker Jānis Pēlmanis








