Kultur, Kiez, Gemeinschaft

Ein Rückblick auf unsere Altstadt-Tour: Wenn Baustellen zu Begegnungen werden.

Was passiert, wenn man mit dem Bezirksbürgermeister und vielen Nachbar:innen durch Köpenick zieht? Man sieht seinen Kiez mit neuen Augen. Am 21. März 2026 war es so weit: Rund sechzig Neugierige trafen sich pünktlich um 9:15 Uhr vor dem frisch sanierten Rathaus Köpenick. Eine erste interaktive Runde verriet: Unsere Altstadt-Insel ist magnetisch – die meisten Teilnehmenden leben hier bereits seit über fünf Jahren und lieben ihren Kiez.

Der Start im Rathaus hielt eine Überraschung bereit. Während wir im Foyer und auf den Stufen vor den prachtvollen Glasmalereien standen, begrüßte uns Bezirksbürgermeister Oliver Igel. Ein besonderer Blickfang ist der Wappenbär im mittleren Fenster, flankiert von Glasmalereien mit den Schriftzügen „Schlosser“ und „Schneider“. Diese erinnern an die Handwerkszünfte und Abteilungen, die sich einst hier befanden, und halten die Geschichte des Hauses auch nach der Sanierung lebendig. Ein Ort, der Tradition bewahrt und doch modern strahlt.

Entlang der Dahme führte uns der Weg zum KunstHofKöpenick. Es ist kaum zu glauben, welch kreativer Rückzugsort hier mitten in der Altstadt geschaffen wurde. Bei einem Kaffee lauschten wir einer eigens für diesen Ort geschriebenen Hymne. Die Botschaft des Vereins war klar: Jede:r, die oder der sich mitteilen möchte, findet auf dieser gemütlichen Bühne einen Platz.

Oben in der Stadtkirche St. Laurentius erwartete uns ein besonderer Moment. Obwohl die Baustelle noch allgegenwärtig ist, ließen uns der Duft von frischem Holz und die herzlichen Worte von Pfarrer Musold die Zukunft bereits erahnen. Das Highlight: Wir füllten den akustisch einzigartigen Raum mit unseren Stimmen, begleitet von einem elektrischen Instrument. Die Vorfreude ist groß, wenn bald die neue Orgel als Königin der Instrumente ihren Platz findet – ein Projekt, das uns alle bewegt.

Ein wahres Herzstück entdeckten wir im Lichtgarten. Diese verwunschene Oase am Alten Markt beweist, wie viel Liebe in kleinsten Parzellen stecken kann. Alles beginnt in der magischen Mini-Bibliothek am Eingang: Ein Buch bringen, ein anderes mitnehmen. Dahinter öffnet sich ein Garten voller Stein-Installationen und Pflanzen, die zeigen, wie lebendig Nachbarschaft bei uns funktioniert.

Danach wurde es theatralisch: Im Altstadttheater genossen wir eine kurze Pause, bevor uns eine kraftvolle Szene aus „Eisern verschossen“ zum Lachen brachte. Gleich um die Ecke, in Zilles Stubentheater, empfingen uns charmante Alt-Berliner Charaktere mit einem Lied – so urig und herzlich, wie man es sich nur wünschen kann. Über den Marktplatz und das Büro des Tourismusvereins ging es schließlich zum Schloßplatztheater.

Dort lud uns das Team nach der Begrüßung durch die Direktorin zu einer gemeinsamen Meditation ein. Es war eine Einladung, zur Ruhe zu kommen und die gesammelten Eindrücke des Vormittags im Herzen zu bewegen. Wir erfuhren viel über die engagierte Arbeit mit Jugendlichen und die Zukunftspläne des Hauses.

Am Ende wurde eines klar: In Alt-Köpenick ist die Geschichte nicht vergangen – sie wird hier gelebt. Hier treffen jahrhundertealte Mauern auf moderne, kreative Energie. Egal in welchem Alter, egal ob alteingesessen oder neu dazugekommen: Unsere Insel hat immer eine Überraschung parat. Wir haben unseren kleinen Stadtteil mit neuen Augen gesehen und tragen die Freude dieser Begegnungen noch lange in uns.

Ihre Evangelische Stadtkirchengemeinde Köpenick

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